Pentagramm 5/2007
Alles ist Energie. Auch ein Gedanke ist Energie, besteht aus
Energieschwingungen, die unser Handeln, unsere Gesundheit und unser
Wohlergehen beeinflussen. Ein positiver Gedanke führt zu positiver
Handlung. Ein negativer Gedanke verstärkt nur das Negative. In
unserer Zeit treiben erhöhte kosmische Energien die
Schwingungsebene des Menschen nach oben.
Grenzen werden durchbrochen und überall entwickelt sich eine starke
Beschleunigung. Aber die neuen Einflüsse bieten auch eine Chance.
Wer eine positive Einstellung besitzt, kann leichter positiv handeln.
Wer sich bewusst für veränderte Energie öffnet, kann
einen Transmutationsprozess viel besser und schneller vollziehen.
Dadurch kann sich der Geist kraftvoller als je zuvor offenbaren. Und
durch ein wiederhergestelltes, harmonisches Inneres, das sich auf das
ursprüngliche Sein abstimmt, können Energien einer ganz
anderen Bestehensebene die Erdatmosphäre durchdringen.
"Es ist möglich, durch eine persönliche, mikrokosmische
Veränderung die Kräfte der kosmischen Revolution dermaßen
intensiv zu nutzen, dass die Folgen sich als Realität der
Auferstehung offenbaren", so Jan van Rijckenborgh. "Jeder kann
in ernsthafter Erwägung die Forderung einer derartigen
Veränderung studieren und sich bemühen, ihnen innerhalb
möglichst kurzer Zeit zu entsprechen."
Inhalt
- Die sieben Gesänge des Regenbogens
- Der Mensch will aufgenommen werden
- Die große kosmische Veränderung
- Zart und stark wie das Leben
- Marias Vision / Neue Lichtkräfte erfahren
- Der Beweis Gottes
- Wie geht es weiter
- Der Pilger
Leseprobe
Zart und stark wie das Leben
Um den Verkehr in gute Bahnen zu leiten wurden an beiden Seiten der
Straße Erhöhungen aus Betonelementen angebracht. In den
Spalten zwischen den einzelnen Elementen wächst Gras -
selbstverständlich. Überall wächst Gras. Gras ist eines
der unzähligen Unkrautarten. Die Behörde hat bisher keine
Mühe aufgewandt, es zu entfernen. Wahrscheinlich gab es früher
an dieser Stelle noch so viel mehr Gras. Was war dem Asphalt
vorrausgegangen? Vielleicht ein Klinkerweg mit spießigen Grün
in jeder Fuge? Und davor? Ein Karrenweg, dessen parallele Sandspuren
durch die felder führten? Und davor vielleicht ein einfacher Pfad
für Fußgängwer und Reitet?
Das Grün muss der zunehmenden Verkehrsintensität weichen.
Mehr Menschen = größerer Bedarf an Mobilität =
Verlagerung der Mobilität von Fuß und Pferd auf das Auto.
Bemerkenswert ist, dass das Grün, das bei der Wegbefestigung
entfernt wurde, in den Spalten der Betonelemente an den Rändern der
Fahrbahn wieder wächst. Ist es der Vorbote der Natur, die sich
wieder ihre Rechte nimmt?
Kultur muss erhalten werden, braucht fortwährende Aufmerksamkeit,
während "Natur" von selbst funktioniert, sich vollzieht.
Wochenlang arbeiten Planierraupen, Lastwagen, Asphaltmaschinen und
Walzen für eine glatte Straßendecke - die Infrastruktur
verbessern, heißt das. Und doch wächst von selbst - vom Wind
als kostenlosem Transportmittel herbeigebracht - wieder Gras. Die Natur
siegt immer.
Kultur muss erhalten werden, braucht fortwährende Aufmerksamkeit,
während "Natur" von selbst funktioniert, sich vollzieht.
Wochenlang arbeiten Planierraupen, Lastwagen, Asphaltmaschinen und
Walzen für eine glatte Straßendecke - die Infrastruktur
verbessern, heißt das. Und doch wächst von selbst - vom Wind
als kostenlosem Transportmittel herbeigebracht - wieder Gras. Die Natur
siegt immer.
Diese Spannung zwischen Natur und Kultur ist das Los der Menschheit. Man
könnte fragen: Ist das die Folge des Paradiesfluches: "Im
Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen"?
(1.Mos.3/19). Wie seltsam ist es doch: Die Natur sorgt gut für uns,
und wir tun das Gegenteil. Das Grün, das uns mit neuem Sauerstoff
versorgt, vernichten wir, um Platz zu schaffenn für
Kohlensäure produzierende Autos. Liegt es vielleicht in der
menschlichen Natur beschlossen, selbst dafür zu sorgen, dass ihr
das Leben auf Erden unmöglich wird?
Der Mensch strebt danach, sich die Natur zu unterwerfen und steht sich
selbst dabei entschieden im Weg. Man hört zwar oft:
"Zurück zur Natur", aber das ist keine Option mehr. Denn
die Berufung des Menschen liegt höher, ferner, ist umfassender...
Aber wo? Und wie ist sie zu Erfüllen? In den Spalten des Betons
keimt die unverwüstliche Vitalität des Lebens; Bild und
Lebenstrieb hinter allen Lebensäußerungen. Es ist die Kraft,
die sich durch keinen Gegenschlag vom Feld vertreiben lässt.
Gras gleicht in gewisser Hinsicht dem Wasser, wie Lao Tse es im Vers 8
des "Tao teh King" beschrieben hat. "Die rechte
Lebenshaltung gleicht dem Wasser. Das Wasser ist überall und an
allen Orten. Es ist auch an jenen Orten, die vom Menschen verachtet
werden." Und in Vers 78 heißt es:
"Nichts in der Welt ist sanfter und schwächer als Wasser, und
doch gibt es nichts, was es beim Zerbrechen des Harten übertrifft.
Darum gleicht nichts dem Wasser. Das Sanfte überwindet das Hartem
das Schwache über das Starke."
Trotz seiner Zartheit grünt das Gras an den unfruchtbarsten und
trostlosesten Stellen. Es muss nicht unbedingt verwöhnt werden wie
ein gewissenhaft gepflegter englischer Rasen. Es urteilt nicht; ergreift
bedingungslos jede Möglichkeit zum Wachsen, vorrausgesetzt, dass
genügend Wasser da ist. Es wächst oft auch an Orten, wo es mit
Füssen getreten wird.
Es wächst immer weiter, bildet Saat und vervielfältigt sich.
So hält es uns gleichsam einen Spiegel vor: "Ergreife
bedingungslos jede Lebenschance, ungeachtet der unterstellten
Perspektiven."
Das steht im Widerspruch zu dem "Besinnen vorm Beginnen", mit
dem die meisten von uns groß geworden sind. Gras keimt, sprosst und
blüht im unbedingten Jetzt. Einfacher kann es nicht sein. Aber was
den Mensch betrifft, ist dafür eine Portion Mut nötig oder der
Charakter eines Abenteurers.
Ein Lebenskeim, der dem sterblichen Menschen ebenso fremd ist wie das
grüne Gras dem grauen Asphalt, befindet sich im Herzen des
Menschen.Unter seinem Drängen geht der Mensch stets wieder zur
"Kultur" über.
Er versucht damit seine Welt in Übereinstimmung zu bringen und
strebt nach Perfektion, nach einer Form des Paradieses, so wie er es
sich vorstellt.Der Natur liegt jedoch nicht das Ziel zu Grunde, durch
Kultur zu einem paradiesischen Zustand kultiviert zu werden. Ihre
einzige Konstante ist: Veränderung. Die Natur ist nur der Kontext,
in dem der Mensch befähigt wird, sich seines Erbes bewusst zu
werden und es zu erschließen.
Es geht nicht darum, den natürlichen Menschen zu verbessern;
vielmehr muss sich der innere Keim entfalten. Dafür ist das Licht
aus dem ursprünglichen, paradiesischen Lebensfeld notwendig.
Dieses Licht ist allgegenwärtig und erreicht jedes Menschenherz,
vorausgesetzt, man hat nicht zu sorgfältig asphaltiert, damit die
vielen Emotionen von einer Gemütsbewegung zur anderen eilen
können. Eine solche Schicht kann kein Lichtfünkchen
durchdringen. Die Saat, das Wort, kann hier nicht keimen. Manchmal
werden wir, wie das Gras, beinahe flach gewalzt. Das geschieht nicht
durch die archetypischen Bilder, die in uns eingeätzt sind, oder
durch das Schicksal. Sondern es ist der "Fortschritt" und die
"Ökonomie" oder andere kollektiv gehegte Ideen und Systeme.
In einem beklemmenden Drang zur Selbstbehauptung lassen wir die
Möglichkeit zur Befreiung ungenutzt vorüber gehen, bemerken
sie oft nicht einmal. Wer wirklich Befreiung sucht, wird jede Spalte im
Panzer der Selbstbehauptung nutzen, um das Licht einzulassen. Er wird
sie nicht mit der Angst vor der Veränderung oder einer ungewissen
Zukunft zukitten.
Eines der großen Geheimnisse der Schöpfung ist ihre
grenzenlose Freiheit. Sie sorgt dafür, dass nichts in der
Schöpfung langweilig oder vorhersagbar wird, sondern alles
sprühend und überraschend bleibt. Innerhalb des Rahmens
vorhersehbarer Rhythmen wie Tag und Nacht, Sommer und Winter, der
Präzesion des Äquinoktiums und vieler anderer Rhythmen, die
wir kaum verstehen, gibt es eine gewaltige und stets unterschätzte
Möglichkeit, dem Leben selbst Richtung geben, wenn wir es nur
wagen, die persönlichen Vorbehalte und Vorurteile preiszugeben.
Das Leben wird niemals "von selbst" verlaufen und automatisch
ausgefüllt oder gar erfüllt werden. Denn die Berufung des
Menschen liegt höher, ferner, weiter. Sie erschöpft sich nicht
in einem Einssein mit der Natur. Zur Freiheit gehört jedoch
Verantwortung.
Wir erfahren diese Freiheit, wenn wir Verantwortung für den Keim
der Ewigkeit in uns übernehmen und dies unsere Arbeitsbasis wird.
Dann handeln wir spontan und bedingungslos nach seinen Impulsen. Sie
drücken sich zu Beginn als Verlangen aus, aber auch als Hoffnung.
Ist es nicht auffällig, dass die Farbe der Hoffnung grün ist?