Pentagramm 2008/2
Nachdem der Erhabene den fünf Schülern die Wahrheit aufgezeigt
hatte, sprach er: "Wenn ein Mensch, der sich entschlossen hat, der
Wahrheit zu folgen, für sich allein steht, ist es möglich,
dass die Wahrheit in ihm schwach ist, so dass er zu seinen alten Pfaden
zurückkehrt. Bleibt darum zusammen, steht einander bei und
verstärkt so gegenseitig eure Bemühungen.
Seid wie Brüder zueinander, eins in der Liebe, eins im reinen
Streben und eins in eurem Eifer für die Wahrheit. Verbreitet die
Wahrheit und predigt die Lehre in allen Teilen der Welt, damit
schließlich alle lebenden Geschöpfe Bürger des
Königreiches der Gerechtigkeit sein werden.
Das ist die heilige Bruderschaft, die diejenigen miteinander vereint,
die ihr Heil in dem Anderen suchen." Aus: Das Evangelium des
Budda
Inhalt
- Die morphogenetischen Felder der Ewigkeit
- Ein goldenes Mosaik aus freien Seelen
- Der all-eine Mensch
- Gruppeneinheit: wie unten, so oben
- Werden alle Menschen Brüder sein?
- Ein neuer Impuls:Sinn für Gemeinschaft
- Nicht eins, nicht zwei
- Erfahrungen auf dem Weg zur Einheit
- Das neue Lebensfeld
- Was einmal war, wird wieder sein
Leseprobe
Was ist ein Kraftfeld?
Woher stammt der Begriff überhaupt?
Welche Kraftfelder bewegen das dialektische Lebensfeld?
Warum ist das Kraftfeld der Geistesschule so grundlegend anders und wie
wirkt es?
Jede aktive Gruppe bildet ein Kraftfeld, das durch die gemeinsamen Ziele
entsteht, nach denen die Mitglieder streben. Es entwickelt sich eine
Wechselwirkung, die das Kraftfeld weiter verstärkt.
Es gibt eine sichtbare Gruppe und eine unsichtbare Energie, die
das Tun und Lassen der Gruppenmitglieder stark beeinflusst. Die
Zielrichtung der Mitglieder, also das, wofür ihr Herz offen ist,
bestimmt Art und Niveau der Kräfte, mit denen sie arbeiten. Dessen
sind sich diejenigen, die der Geistesschule des Goldenen
Rosenkreuzes angehören, bewusst.
Sie wissen, dass sich um die Brennpunkte der Schule ein Kraftfeld mit
hohen seelischen Energien bildet, hervorgerufen durch das
Verlangen und die Lebensführung der Beteiligten.
WAS IST EIN KRAFTFELD?
Der Begriff "Kraftfeld" stammt aus der Physik. Er dient der
Wissenschaft dazu, Phänomene wie Gravitation und
Elektromagnetismus zu beschreiben. Ein Beispiel dafür ist das
magnetische Feld, das man weder sehen noch berühren oder hören
kann. Aber seine Existenz wird offenkundig, wenn wir Eisenspäne um
einen Magneten streuen. Dann entsteht ein Muster, das uns etwas
über das Magnetfeld verrät. Diese Kraft im Magneten und in
seiner Umgebung ruft bestimmte Wirkungen hervor. Die Eisenspäne
werden vom Magnetfeld ausgerichtet.
In der Biologie kennt man den Begriff "morpho-genetisches Feld".
Wir wissen heute, dass das genetische Material aller Zellen gleich
ist. Trotzdem unterscheidet sich die Form unserer Glieder oder
Körperorgane voneinander. Es entstehen also trotz gleicher
chemischer Zusammensetzung und gleicher Proteine verschiedene
Formen. Die chemische Substanz allein kann daher die Form nicht
erklären, wie auch die Gestalt eines Gebäudes nicht durch
Analyse seiner Steine, des Mörtels oder des Holzes verstanden
werden kann. Die Form kann grundsätzlich nicht durch die
Substanz erklärt werden. Deshalb entwickelten einige Biologen das
Konzept der morphogenetischen Felder, das 1922 erstmals formuliert
wurde. Es besagt, dass ein Organismus bei seinem Wachstum von
formgebenden Feldern beeinflusst wird. Diese Vorstellung entstand in
Analogie zum magnetischen Feld. Organismen, so nehmen diese Biologen an,
besitzen ähnliche unsichtbare Felder, die ihre Entwicklung
steuern und wie eine unsichtbare Gussform ihre Form bestimmen.
Rupert Sheldrake entwarf später auf dieser Basis die Theorie, dass
alle Lebewesen von unsichtbaren Kraftfeldern umgeben sind, aus
denen sie ihre Lebenskräfte beziehen.
Diese morphogenetischen Felder sind seiner Ansicht nach sehr
persönlicher Art. Aber er spricht auch von gegenseitiger
Beeinflussung und von kollektiven Kraftfeldern, an die wir gebunden sind
und die uns beeinflussen. Denker wie Ervin Laszo, Peter Russell und
andere arbeiteten diese Idee weiter aus zu der Theorie "des
Feldes", das die ganze Menschheit umgibt und durchdringt.
Es enthält den magnetischen Niederschlag all ihrer
Äußerungen und bestimmt damit, welche Schritte die Menschheit
unternehmen muss.
UNSICHTBARE ENERGIEN UMGEBEN DEN MENSCHEN
Diese Vorstellungen sind keineswegs neu. In der Esoterik wurde immer
daraufhingewiesen.
Hellsichtige Personen, wie zum Beispiel Manuela Oetinger, haben
ausführlich darüber geschrieben. Zwei voneinander
unabhängige Beispiele aus Überlieferungen der östlichen
Philosophie und der toltekischen Welt des alten Mexiko weisen ebenfalls
deutlich daraufhin: "Der Mensch hat Adern, die "hita"
heißen, fein wie ein tausendfach gespaltenes Haar, gefüllt mit
weiß und blau und gelb und grün und rot ..."
(Upanischaden).
"Als Energiefelder gesehen, erscheinen die Menschen wie
Lichtfasern, wie weißes Spinnengewebe, ganz feine Fäden, die
zwischen Kopf und Zehenspitzen kreisen. Für das Auge eines
Sehers sieht der Mensch also aus wie ein Ei aus kreisenden Fasern. Und
seine Arme und Beine sind wie leuchtende Borsten, die nach allen
Richtungen abstehen. Der Seher sieht, dass jeder Mensch mit allen
anderen in Kontakt ist, nicht durch seine Hände, sondern durch ein
Bündel langer Fasern, die nach allen Richtungen aus seiner
Leibesmitte hervorschießen. Diese Fasern verbinden den Menschen mit
seiner Umgebung, sie halten ihn im Gleichgewicht, sie geben ihm
Stabilität." (Carlos Castaneda Das Rad der Zeit, Seiten 33 und
34)
Von der gegenwärtigen Wissenschaft werden diese Dinge
größtenteils noch ignoriert, weil sie nicht beweisbar und
nicht beliebig reproduzierbar sind. Aber sie rufen Diskussionen auf. Die
wenigen Menschen, die derartiges wahrnehmen können und darüber
sprechen, geben natürlich auch kein einheitliches Bild
darüber ab. Ihre Wahrnehmung ist in den meisten Fällen nicht
objektiv. So glauben viele hellsichtige Personen, jene feinstofflichen
Kräfte, die sie wahrnehmen, wären göttlichen Ursprungs.
Sogenannte Geistheiler behaupten fast immer, dass es göttliche
Kräfte und Energien sind, die sie bei ihren Heilmethoden
übertragen. Sie wären zutiefst gekränkt, würde man
ihre Glaubensauffassung anzweifeln. Sie würden sich dagegen wehren,
wenn man Ihnen erklären wollte, dass sie lediglich eine
Empfänglichkeit für die Wirksamkeit eines Kraftfeldes
der gewöhnlichen Natur haben.
Die "morphogenetischen Felder" der Ewigkeit aktivieren nur
das, was von der Ewigkeit ist, nämlich das Feuer des Geistes in der
Mitte des Mikrokosmos. Zuerst bringen sie Ruhe in den
elektromagnetischen Wirrwarr unseres Atemfeldes, so dass ein
gleichmäßiger, wohltuender Energiestrom von ihm ausgeht.
Danach stellen sie die ursprünglichen Strukturen des Lichtmenschen
von einst wieder her.
ÜBERPERSÖNLICH
Wir können feststellen, dass ein Kraftfeld einen formenden Einfluss
auf die Dinge und Wesen hat, die damit Kontakt haben. Da jeder Mensch
und jedes Lebewesen sein eigenes kleines Kraftfeld besitzt, ist es auch
nicht schwer zu verstehen, dass gleichartige Kraftfelder sich
zusammenschließen. Wenn viele Menschen derselben Idee,
demselben Parteiprogramm oder derselben religiösen
Glaubensvorstellung folgen, bildet sich ein Feld mit größeren
Vermögen. Dafür gibt es in der Welt Beispiele in Hülle
und Fülle. Mit welchem Einsatz und welcher Verbissenheit
verteidigen viele Angehörige dieser Gruppen ihren Standpunkt
und setzen ihn manchmal auch mit Gewalt durch! Kollektive Kraftfelder
entstehen also durch den Zusammenschluss persönlicher Kraftfelder
zu organisierten, überpersönlichen Kraftfeldern. Das
potenziert die Kräfte, verursacht aber auch eine Abhängigkeit
davon, was dann wiederum auf ihre Anhänger zurückwirkt.
Natürliche Kraftfelder wirken bis in die höchsten Regionen des
Jenseits, die oft mit einer erhabenen Gottesvorstellung verbunden sind.
Aber da sich alles spiegelt, wird damit auch der antagonistische
Gegenpart ins Leben gerufen und aufrechterhalten: eine finstere
Höllenwelt unter der Leitung eines teuflischen Wesens.
DAS KRAFTFELD EINER GEISTESSCHULE
Die großen kollektiven Kraftfelder der Natur, also des
Entstehens, Blühens und Vergehens, werden in den gnostischen
Lehren die zwölf Naturäonen genannt. Es sind die zwölf
zodiakalen Kraftfelder, die zusammen den Tierkreis bilden und alle
abwechselnd wie auch gleichzeitig das menschliche Verhalten
beeinflussen. Im gnostischen Denken wird darüber hinaus von einem
"dreizehnten Äon" gesprochen. Das ist ein Kraftfeld, das
sich völlig außerhalb der dialektischen Natur befindet. In ihm
konzentrieren sich die Kräfte der Ewigkeit, das Licht des
Christus. Die moderne Geistesschule geht von zwei deutlich zu
unterscheidenden Naturordnungen aus: Einerseits vonder Statika,
der göttlichen Naturordnung, die auch "das andere Reich"
genannt wird, und andererseits von der Natur des Todes, der Dialektik
mit ihren Prozessen: Geburt, Aufblühen und wieder Vergehen. Diese
beiden Naturen sind völlig unvereinbar und können nicht
zusammengehen.
Der Mensch kann das göttliche Leben und die hohen Energien des
ursprünglichen Feldes nicht so ohne weiteres erfahren. Um diese
unüberwindliche Kluft oder den Styx dennoch überqueren
zu können, bedarf es einer "Brücke". Als eine solche
Brücke kann die Geistesschule gesehen werden, als drittes
Kraftfeld, das unsere Natur zeitweilig mit der Ewigkeit verbindet. Es
senkt sich gleichsam in die Natur des Todes herab und passt sich dabei
soweit wie möglich dem Schwingungsniveau der Todesnatur an.
Der suchende Mensch, der über ein erwachendes Geistfunkenatom
verfügt, kann aus diesem Kraftfeld Impressionen empfangen. Die
Aufgabe der Angehörigen einer Geistesschule ist es, eine solche
dritte Natur zu bilden und zu unterhalten. Ihre strebenden
Kräfte sorgen für eine Wechselwirkung mit den Kräften der
Ewigkeit.
Ein Mensch, der so die beiden Extreme miteinander verbinden kann,
bildet auch für sich selbst vom ersten Moment an eine dritte Natur.
Oder besser gesagt, er ist ein Baustein in diesem Feld. Der Pfad besteht
nicht sofort, jeder muss selbst an ihm mitbauen. Natürlich
entwickelt sich eine individuelle und persönliche
Vibrationserhöhung. Dabei kann man niemanden mitnehmen. Aber wohl
möglich und erwünscht ist die Zusammenwirkung mit einer
Gruppe. Denn die kollektive dritte Natur ist fähig, andere
aufzunehmen und mitbauen zu lassen.Ein solcher Körper wird in den
Mysterien auch als Arche oder Himmelsschiff bezeichnet. Je solider die
Arche gebaut ist und je mehr sie den Anforderungen genügt, je
mehr die dritte Natur der lebenden Natur entspricht, umso
schneller kann der Pfad verwirklicht werden.
AKTIVE MITARBEIT
Die dritte Natur erschließt sich dem Menschen durch seine
Ausrichtung auf die Gnosis: "Liebe Gott über alles". Aber
wenn sich wirklich die dritte Natur offenbart, kann in ihm nicht nur
Liebe für Gott sein, sondern auch für seine Geschöpfe.
Darum folgt auf die Ausrichtung und Liebe zur Gnosis wie
selbstverständlich: "Liebe deinen Nächsten wie dich
selbst". Helfen und Dienen ist dann selbstverständlich.
Die Gemeinschaft, die Gruppe, hat nicht nur teil am Lebenden Körper
der Geistesschule, sondern ist ebenfalls verpflichtet, diesen
Körper rein und gesund zu erhalten. Das bedeutet, aktiv und bewusst
mitzuarbeiten. Die morphogenetischen Felder der Ewigkeit, die wir meist
als "die Bruderschaft" bezeichnen, wenden sich nicht an
die Beseelung der dialektischen Natur. Da sie einer ganz anderen Natur
angehören, können sie nur das aktivieren, was von der anderen
Natur ist, nämlich den Geistfunken in der Mitte unseres
Mikrokosmos. So erwacht dessen Bewusstsein in der Geist-Seelen-Welt, dem
Reich der Stille. Mit jedem Loslassen alles Alten wächst
gleichzeitig die neue Beseelung. Während der Mensch über
die Brücke geht, wird er zu dem Anderen. Neben der alten
Persönlichkeit, die in Selbstübergabe dem ursprünglichen
Feld dient, erblüht transfigurierend: der neue Mensch.