Pentagramm 2008/3

2008 Nr 3

Die rettende Liebe

" Sie müssen gut verstehen, dass es keinen Sinn hat und sogar falsch ist, sentimental über die göttliche Liebe zu sprechen und ihr Verse zu widmen. Wer darüber spricht, muss mit Taten sprechen, mit Tatsachen des konkreten Bauens. Das wird von ihm verlangt. Was in der universellen Lehre Liebe genannt wird, ist die Ursubstanz der göttlichen Flamme, der Weltseele. Wenn das Licht dieser Flamme im neuen magnetischen Kreis brennt, wird der Kandidat fähig sein, mit dieser Liebe alle Dinge zu bedecken. [...] Der Prozess der göttlichen Liebe löscht das Karma aus. Es bedeckt es also nicht nur im negativen Sinn, sondern ersetzt es vollkommen. [...] Das magnetische System des aurischen Wesens wird von dieser göttlichen Flamme ergriffen; das dialektische Firmament wird gelöscht und es bildet sich ein neues Firmament. Unter diesem neuen Himmel wird sich, muss sich eine neue mikrokosmische Erde´ bilden [...] - der kommende, neue Mensch.".

Inhalt

  • Das Gottes-Prinzip
  • Transformation der Welt - Die Suche nach dem Quantensprung in den menschlichen Beziehungen
  • Ervin László
  • Ein Gespräch mit Ervin László
  • Von der Eins und der Zwei
  • Der Schöpfungs-Tanz
  • Liebe, die Rettung ist - (Soren Kierkegaard)
  • Der Sinn der Liebe
  • Der Rhytmus der All-Offenbarung - (J. van Rijckenborgh)
  • Der Ruft zur wahren Liebe
  • Erklär mir Liebe - (Ingeborg Bachmann)

Leseprobe

Der Rhythmus der All-Offenbarung

Die Liebe ist ein Feuer, eine Kraft des Herzens. Aber Hass ist ebenfalls eine feurige Kraft; sie vernichtet und verzehrt. Diese beiden Ströme bewegen das menschliche Herz lange Zeit - bis der Mensch das Wesen beider durchschaut. Nach Licht suchend, nach einem Ausweg verlan­gend, kann er in einen Zustand neutralen Wohlwollens eintreten.
Und auf diesem dritten Weg begegnet er vom ersten Augenblick an dem Wesen der Liebe selbst: dem Rhythmus der All-Offenbarung.

Wie das wirklich Gute ist auch die wahre Liebe allein in Gott. Sie werden beide beim naturgeborenen Menschen nicht gefunden. Darum ist es weise, wenn ein Wahrheitssucher nicht danach strebt, sie dort zu finden, wo sie nicht sind. Wir dürfen menschliche Güte und Schönheit jedoch nicht ablehnen, nicht hassen, denn Hass verbrennt, vernichtet. Liebe ist ein Feuer. Liebe ist eine astrale Kraft, die mit dem Herzen verbunden ist. Wenn ein Liebe suchender Mensch enttäuscht wird, erfährt er stets eine Läuterung und sein Verlangen nach dem einzig Notwendigen wird umso reiner und dringender. Aber das Feuer des Hasses, das ebenfalls eine astrale Radiation im Herzheiligtum ist, vernichtet das Herz, lässt es "schrumpfen", bis nichts mehr von ihm übrig bleibt.
Es gibt jedoch noch die dritte Lebenseinstellung, der man das Unmögliche nicht erwartet und auch nicht sucht. Man versucht, den Lebensumständen gegenüber einen rein objektiven Standpunkt einzunehmen, hegt also ein gewisses neues Wohlwollen, in dem man die Dinge als das akzeptiert, was sie sind.

DARUM SAGT HERMES:
"Wir können die mensch­liche Güte und Schönheit weder hassen, noch ihr entfliehen, denn das Schwierige ist, dass wir sie nötig haben und ohne sie nicht leben können." Solange wir uns im naturgeborenen Leben befin­den, haben wir dieses Leben und seine Eigen­schaften nötig. Darum wird uns geraten: Hege kinen Hass gegen den natürlichen Lebensgang und versuche auch nicht, ihm zu entfliehen.

UNGEBUNDENHEIT
Aber was sollen wir dann tun? Nun, wenn wir die menschliche Schönheit und Güte weder lieben noch hassen und auch nicht versuchen, ihnen zu entfliehen, stehen wir der dialektischen Natur ungebunden gegenüber. Dann bindet uns nichts daran und kann uns auch nichts aufhalten. Wir erfüllen dann ohne Murren, ohne Seufzer, Rachegefühle oder Widerstand unsere täglichen Pflichten. Wir gehen durch das dunkle Leben dieser Natur, weil ein Gesetz uns dazu treibt. Wir können unsere Naturgeburt nicht verleugnen. Tun wir also unsere Pflicht auf Grund der Tatsache, dass wir es nun einmal müssen - und tun wir es mit erhobenem Haupt - ohne Hass, Fluchtgedanken oder Liebe. Und wenn wir auf unseren Lebenspfaden einem anderen Wahrheitssu­cher begegnen, begnügen wir uns dann mit einem "Augenzwinkern". Wohin führt der Weg des Wahrheitssuchers? Er kehrt zum Grund der Dinge zurück, zur Basis allen Werdens. Der Wahrheitssu­cher kehrt zum Allein-Guten zurück. Das Gute ist nur in Gott zu finden. Und wer Gott findet, wer Anteil am Guten erhält, ist unmittelbar nicht mehr von dieser Welt. Wenn wir Gott gefunden haben, existieren wir mit allen Brüdern und Schwestern im neuen Lebensfeld, in der Seelenwelt.

EIN SEINSZUSTAND OHNE SCHLAGSCHATTEN
Denn in der göttlichen Offenbarung herrscht ein All-Rhythmus, der auch im kleinsten Atom anwesend ist. Dieser Seinszustand kennt keinen Gegensatz, keine Schlagschatten und bringt sich unveränderlich selbst hervor. Es wird nicht Gutes gegen Böses eingesetzt, nicht Schönheit gegen das Hässliche, nicht Liebe gegen den Hass, nicht Wirklichkeit gegen den Wahn. Die Gnosis besitzt keine Liebeseigenschaften. Es geht nicht Liebe von ihr aus, sondern sie ist Liebe! Mit anderen Worten: Die Liebe Gottes richtet sich nicht auf etwas Spezielles, sie streitet nicht, sie entfaltet keine besondere Aktivität. Sie ist sie selbst, eine Weltord­nung, die Welt der Liebe selbst. Darum ist sie unermesslich stark. Man kann sie mit einem Blasebalg vergleichen. Wenn er rhythmisch zusammenge­drückt wird, entwickelt er eine große Kraft. Und nichts kann darin sein, das im Gegensatz zu diesem All-Rhythmus steht. Wenn wir das klar erkennen und verstehen, wissen wir besser als je zuvor, wie absolut hilflos und aussichtslos unsere Natur ist. Daher entschließen wir uns, an das Hoffnungslose so wenig Worte wie möglich zu vergeuden. Wir richten keine Appelle an Nicht-Verstehende. Wir lassen die Welt so, wie sie ist. Wir versuchen, in vollkommener Selbstbeherrschung zu leben und uns nur dem zuzuwenden, was den All-Rhythmus auffangen kann, was ihm gleich ist: dem wunder­baren Atom, der Rose des Herzens, dem Reich, das nicht von dieser Welt ist.